Mistel gegen Krebs
Von den keltischen Druiden verehrt und bei Unfruchtbarkeit verordnet, von den alten Griechen um 400 v. Chr. bei allerlei Krankheiten wie Menstruationsbeschwerden u. a. gegeben. Im Mittelalter bis in die Neuzeit vor allem bei Epilepsie verwendet; erstmals 1917 von Rudolf Steiner (Begründer der Anthroposophie) und Ita Wegmann bei Patienten mit inoperablen Karzinomen in Form einer Mistelinjektion angewendet.
Die Mistel, ein immergrüner Halbschmarotzer, wächst auf Laub- und Nadelbäumen, von Natur aus auf 12 verschiedenen Bäumen: je nachdem auf welchem, hat die Mistel unterschiedliche Konzentrationen ihrer Inhaltsstoffe: Glykoproteine, Lektine (I, II, III, Visalb CBL), Polypeptide, Viscotoxine, Polysaccharide, Flavonoide, Terpene, etc. Vom Wirtsbaum nimmt sie nur Wasser auf.
Die Mistel hat ein 30-fach größeres Genom (Erbinformation) als der Mensch (Schröder et al. 2022). Das Genom (einfacher Chromosomensatz einer Zelle) der Mistel ist mit
9 0 M i l l i a r d e n Basenpaaren (Bausteine der DNA, wie Adenin, Guanin, Cytosin, Uracil und Thymin) 30 x größer als das menschliche Genom mit 3 Milliarden Basenpaaren. Die Wissenschaft hat bisher mehr als 39000 Gensequenzen analysiert (Universität Hannover), s.a. Literaturhinweise unter 9.
In ihrem Verhalten tanzt die Mistel völlig aus der Reihe: sie blüht früh (Febr./März) und bildet „Früchte“ spät (Nov./Dez.). Die Früchte (weiße Beeren) sind in Wirklichkeit Embryonen, d.h. die Mistel bleibt in ihrer Entwicklung im embryonalen Stadium stehen, vergleichbar mit der Entstehung von Krebs: Die Erneuerung einer Zelle (z.B. der Darmzelle alle 3 Std) von der Basalschicht bis zur differenzierten Darmzelle bleibt auf dem Weg der Erneuerung "embryonal" stehen und kann sich von dortaus zu einem bösartigen Tumor entwickeln; der Körper sorgt sogar für eine Neubildung von Gefäßen, die den Tumor ernähren und damit wachsen lassen !
Eine Tatsache, die u.a. zur Entwicklung der Mistel als Krebstherapeutikum beigetragen hat:
similes similibus curentur (Gleiches mit Gleichem behandeln). Der Grundsatz in der Naturheilmedizin.
Bei der natürlichen Vermehrung der Pflanze frisst ein Vogel (Drossel) die Beeren. Nach der Darmpassage bildet sich eine neue Wurzel (Senker) an der Stelle, an der der Vogel sein Häufchen gemacht hat.
Die Blätter welken nicht, sie fallen nach 2 bis 3 Sommern frisch und grün ab. Auffällig ist die kugelige Form der Pflanze, sie wächst in alle Richtungen des Raumes, auch senkrecht nach unten, unabhängig von Licht und Schwerkraft. So wie die Mistel heute auf den Bäumen wächst, ist sie allerdings für die Krebstherapie nicht geeignet. Sie muß erst in einer besonderen Weise verarbeitet werden, um die gewünschte Wirksamkeit zu erreichen.
Nachdem die ganze Pflanze von den verschiedensten Bäumen (Apfelbaum, Birke, Esche, Tanne, Kiefer, Eiche, Ahorn, Weißdorn, Mandelbaum, u.a.) gepflückt wurde, wird sie sofort in flüssigem Stickstoff (-196 Grad) tiefgefroren. Winter- und Sommermistel werden getrennt. Bei Bedarf werden zwei Presssäfte (Winter- und Sommermistel getrennt) bereitet und in einem komplizierten Mischverfahren miteinander gemischt. Nach weiteren technischen Abläufen werden kleine Ampullen mit verschiedenen Konzentrationen befüllt.
In der Krebstherapie wirksame Mistel-Präparate stellen u.a. folgende deutsche Firmen her:
-Fa. Abnoba in Öschelbronn - Medikament: Abnoba Viscum Mali (Apfelbaum), A.V. Betulae (Birke), A.V. Quercus (Eiche), A.V. Fraxini (Esche), A.V. Aceris (Ahorn), etc.
-Fa. Weleda in Schwäbisch Gmünd - Medikament: Iscador UcHg (Ulme) Serie 1 und 2. Iscador M (Mali/Apfelbaum), Iscador P (Pini/Kiefer), Iscador Qu (Quercus/Eiche).
-Fa. Wala in Eckwälden - Medikament: Iscucin Abietis (Tanne), Iscucin Mali (Apfelbaum), Iscucin Pini (Kiefer), Iscucin Populi (Pappel), Iscucin Tiliae (Linde) - Ampullen von Stärke A (schwächste) bis H (stärkste) Konzentration. Potenzreihen I und II.
-Fa. Helixor in Rosenfeld - Medikament: Helixor A (Abietis/Tanne), Helixor M (Mali/Apfelbaum), Helixor P (Pini/Kiefer).